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Fisch vom Kutter ist Eu-weit vorbildlich

Dienstag, 13 September 2011
07:22 Uhr

Im August besuchte im Auftrag von FARNET (fisheries areas network) ein Filmteam aus Brüssel die AktivRegion Ostseeküste, um über Fischer, Fischgenießer und den Verkauf von frischem Fisch direkt vom Kutter - wie unter anderem in Wendtorf möglich - ein Informationsvideo zu drehen. Farnet, das Europäische Netzwerk für Fischwirtschaftsgebiete, wurde von der Europäischen Kommission eingerichtet, um EU-Maßnahmen für die nachhaltige Entwicklung von Fischwirtschaftsgebieten zu unterstützen.

Am frühen Vormittag surft Anke Meß im Internet, um sich über aktuelle Fischanlandungen in der Region zu informieren. Sie möchte ihrer Familie zum Mittag leckeren Fisch servieren. Das dynamische InfoPortal www.fisch-vom-kutter.de bietet ihr hierfür ganz frische Infos. "Prima, um 10 Uhr wird der Kutter ‚California II‘ in Wendtorf Butt anlanden", ruft sie, fährt mit dem Cursor auf dem Bildschirm über ihr Rechercheergebnis und zeigt es dem Kameramann Luc Embtse. An diesem Morgen begleitet Journalist Yoann Mahieu mit dem Filmteam der Produktionsgesellschaft "mostra communication" aus Brüssel die Liebhaberin von frischem Fisch, Anke Meß. Zusammen radeln sie zum Fischanleger.
 
 

Das Internetportal zeigt aktuell alle Angebote der Fischer von Möltenort, über Laboe, Wendtorf, Kalifornien, Schönberger Strand bis Lippe/Hohwacht an. Mit einer einfachen SMS senden die Fischer noch von See aus eine Nachricht an das Portal, wann, wo und welchen Fisch sie anlanden. Die SMS wird wenige Sekunden später automatisch auf der Internetseite mit dem aktuellen Datum und Uhrzeit für alle Nutzer sichtbar angezeigt. Als Anke Meß am Fischereianleger der Marina Wendtorf eintrifft, ist sie nicht allein. Auch Uschi Benesch aus Baden-Württemberg hatte auf ihrem Smartphone das Angebot gelesen und kauft nun, wie noch viele andere Liebhaber von frischem Fisch, direkt vom Kutter. Nebenan holt sich Joachim Schmid seinen Dorsch vom Kutter "Søgård" der Fischer Birger und Leif Rönnau. Hier verkauft Heike Rönnau den gerade gefangenen Fisch. "Für mich ist es immer ein besonderes Erlebnis direkt vom Kutter Fisch zu kaufen, denn hier bekomme ich auch Tipps für die Zubereitung. Außerdem kommt man ganz einfach ins Gespräch und erfährt dabei auch nebenbei etwas über die nächtliche Fangfahrt oder die hiesige Fischerei", erzählt Joachim Schmid dem Toningenieur Philippart Olivier ins Mikrofon.
Aber nicht nur über das Internet werden Informationen zum Projekt präsentiert. An den Anlandestellen weisen Informationstafeln – wie am Schönberger Strand – auf diesen ursprünglichen Fischverkauf hin. In allen Tourist-Informationen und den Hafenmeistereien der Gemeinden liegen die Informationsbroschüren "Fisch vom Kutter" kostenfrei aus. Im Tourist-Service in Laboe gibt Oliver May noch zusätzliche Hinweise.
 
 

Bevor der Fisch in den Küstenorten angelandet wird, sind die Fischer meist schon in den frühen Morgenstunden, so gegen drei Uhr nachts, auf der Ostsee unterwegs und holen ihre tags zuvor ausgelegten Netze wieder ein.
Das Fangergebnis ist immer ganz unterschiedlich. "In den Sommermonaten zieht sich der Dorsch aus den Fanggebieten zurück und wie heute haben wir hauptsächlich Butt und ein paar Makrelen im Netz", sagt Fischer Jan Meyer. Hin und wieder ziehen sie beim Netzholen nichts an Bord, dann findet man auf dem InfoPortal die Anzeige "Keine Anlandung" und manch ein Verbraucher ist dann enttäuscht. Doch das regionale Frischfischangebot ist eben saisonal – und die Direktvermarktung kein Supermarktangebot mit ständig verfügbarer Ware.
EU-Konferenz "Nachhaltige Zukunft für Fischereigebiete"

Anfang November organisiert die Generaldirektion für maritime Angelegenheiten und Fischerei der Europäischen Union eine Konferenz in Brüssel zum Thema "Nachhaltige Zukunft für Fischereigebiete". Die "Farnet Support Unit" hat für diese Zusammenkunft vier beispielhafte Projekte ausgewählt, die als "Best Practice", als vorbildliche Vorgehensweise, für die Umsetzung im Sinn der europäischen Förderung in den 21 fischereitreibenden Ländern Europas gelten können. "Fisch vom Kutter" wird eines dieser vier ausgewählten Projekte sein, das in Brüssel vorgestellt wird. Christine Falter von der "DG Maritime Affairs and Fisheries A3 – Structural policy and economic analysis" begleitete das Filmteam, um einen eigenen Eindruck vom Projekt zu gewinnen. Im Gespräch mit dem Arbeitskreissprecher Uwe Sturm ließ sie sich die Besonderheiten schildern. "Die vielfältige Zusammensetzung des Arbeitskreises, die Unterstützung durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und nicht zuletzt die ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder des Museumshafens Probstei trug maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes bei", hob Uwe Sturm hervor. Neben den Fischern beteiligen sich auch Wissenschaftler, Journalisten, Studenten, Bürgermeister, interessierte Menschen aus den Gemeinden und Vereinen an den Gesprächen und Diskussionen. Aber erst durch die Zusage von Wendtorfs Bürgermeister Otto Steffen, die Projektträgerschaft zu übernehmen, konnte die Umsetzung dieses Projektes gesichert werden, sagt Sturm.
Mit den Fischern der Region, den Gemeinden Hohwacht, Schönberg, Wendtorf, Stein, Laboe, Heikendorf, dem Museumshafen Probstei, dem IFM-Geomar Aquarium (Institut für Meereskunde Kiel) und dem Landesbetrieb für Küstenschutz als Partner ist das Projekt vorbildlich vernetzt und leistet eine Stärkung der Direktvermarktung, der Wirtschaftskraft und fördert die Aufklärung zur Fischerei, Küstenkultur und die ökologische Entwicklung durch Vermeidung langer Transporte zu den Fischauktionen in den Niederlanden.
 
 

Mit der Direktvermarktung können die Fischer deutlich stabilere Preise erzielen und somit ihre wirtschaftliche Überlebensfähigkeit sichern. Für den Arbeitskreissprecher bildet jedoch die Zusammenführung von vergleichsweise neuer Kommunikationstechnik, wie Internet, Mobiltelefon mit SMS und mobilem Internet mit GPS-Smartphone mit der seit Jahrhunderten ursprünglichen Vermarktung von Frischfisch vor Ort an der Küste einen besonders innovativen Aspekt. Denn in Kooperation mit "POIbase", einem deutschen Firmenzusammenschluss mit Sitz in Hamburg, können für die meisten Navigationsgeräte und Smartphones auch die GPS-Daten mit den aktuellen Fischanlandungen heruntergeladen werden, mit den man sich dann vom Navigationsgerät zum Fischkauf führen lassen kann. Diese Informationstechnik wirkt wie ein überregionales "Schwarzes Brett". Damit werden die Häfen zu lebendigen Kommunikationsmarktplätzen. Fischerei, Fisch und Küstenkultur sind für Schleswig-Holstein charakteristische Erkennungszeichen, die den maritimen Charakter des Landes hierdurch authentisch hervorheben, sowie die Lebensumwelt und Geschichte greifbarer werden lassen und mit diesem Projekt geschärft werden, sagt Arbeitskreissprecher Uwe Sturm.
 
 Quelle: http://www.probsteier-herold.de/fisch-vom-kutter-ist-eu-weit-vorbildlich-2

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