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Fischereipolitik im Wandel

Mittwoch, 07 Mai 2014
13:00 Uhr

ast. Wendtorf. Was hat Europa mit uns zu tun? Diese Frage stellen sich besonders vor der Europawahl viele. Ein Beispiel: die Fischereipolitik. Diese regeln allein Brüssel und das Parlament in Straßburg. Kleine Fischereibetriebe hatten in den letzten Jahren zunehmend Probleme.

Die Politik sah sich mit Überfischung und zu viel Beifang konfrontiert. Und vor der Küste Afrikas wird den Menschen weggefischt. Ulrike Rodust, EU-Parlamentarierin aus Eckernförde, war federführend für ein neues Gesetz verantwortlich, das die Fischereipolitik erkennbar reformieren soll. Es ist am 1. Januar in Kraft getreten. Mit der Bundestagsabgeordneten Birgit Malecha-Nissen besuchte Rodust vergangene Woche die Marina Wendtorf, um mit Fischern über das neue Gesetz zu sprechen. Von dort ging vor drei Jahren das Projekt „Fisch vom Kutter“ aus, das die wenigen verbliebenen Fischer stärken soll. Im Internet ist zu lesen, wann die Fischer das nächste Mal in Schönberger Strand, Kalifornien, Wendtorf, Stein, Laboe, Möltenort oder Dietrichsdorf anladen. Laut Uwe Sturm vom Arbeitskreis Fischerei der AktivRegion habe Dänemark diese Art der Direktvermarktung adaptiert. Auch Estland, Großbritannien und Polen interessierten sich dafür. „Wir möchten gern Regionalität, und das wird hier gelebt“, lobte Rodust. „Wir brauchen in unseren Häfen kleine Fischer, die auch eine Lebensgrundlage haben.“ Sie will wieder mehr junge Leute für den Fischerberuf begeistern. Derzeit fehle die Perspektive. Mit Überfischung soll seit Anfang des Jahres Schluss sein. Das neue Gesetz regele, dass nur noch so viel gefischt werden dürfe, wie nachwachsen kann, so Rodust. Alternative Fanggeräte sollen zu viel Beifang vermeiden. Um diese anzuschaffen, sollen Fischer aus einem Fonds Geld erhalten. Viel zu viele tote Fische seien in der Vergangenheit über Bord geworfen worden. Überhaupt sei Wirtschaftlichkeit vor Ökologie gegangen. Um nachhaltiger zu fischen, droht die EU Staaten nun mit dem Entzug von Fischrechten, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Ein Land, das mit der EU einen Vertrag hat, darf nicht für eine private Firma oder ein Land außerhalb der Staatengemeinschaft fischen. Laut Rodust kommen nur 40 Prozent der in Europa verzehrten Fische aus den Meeren des Kontinents. Warum aber die Schonzeit für Dorsche im April, fragen Jan und Erik Meyer vom „Seestern“ in Kalifornien: „Fünf Tage im April sind für uns nicht ausreichend“, so die Köche. Wenn die Bestände gesund sind, dann brauche man keine Schonzeit mehr, entgegnet Rodust. Das ist ihr Ziel: 2020 sollen Europas Meere wieder in Ordnung sein.

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