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Von der Kreuzfahrt in die Geschichte

Freitag, 19 Juni 2009
13:49 Uhr

Vom Loblied zur königlichen Nationalhymne
Wendtorf / Leichte Regenschauer, ein langsam auffrischender Wind aus Ost und vergleichsweise frische Temperaturen mit Wolken und Sonnenschein, das kann doch einen „Sehmann“ oder eine „Sehfrau“ nicht von einer „Kreuzfahrt in die Geschichte“ abhalten. Der „Museumshafen Probstei“ und die „Deutsch Dänische Gesellschaft“ luden am Sonnabend zum Thema „Kong Kristian stod ved højen Mast“ zu einem sehr speziellen Segeltörn mit der Kieler Hansekogge ein. Viele Gäste waren voller Neugier auf das diesjährige Thema gekommen.
Vom Loblied zur königlichen Nationalhymne

Wendtorf / Leichte Regenschauer, ein langsam auffrischender Wind aus Ost und vergleichsweise frische Temperaturen mit Wolken und Sonnenschein, das kann doch einen „Sehmann“ oder eine „Sehfrau“ nicht von einer „Kreuzfahrt in die Geschichte“ abhalten. Der „Museumshafen Probstei“ und die „Deutsch Dänische Gesellschaft“ luden am Sonnabend zum Thema „Kong Kristian stod ved højen Mast“ zu einem sehr speziellen Segeltörn mit der Kieler Hansekogge ein. Viele Gäste waren voller Neugier auf das diesjährige Thema gekommen.
 

„Wir sahen die Kogge im Museumshafen aus dem Fenster unserer Wohnung in der Marina Wendtorf und wollten nur schnell schauen, um ein Foto von der Kogge zu machen. Aber als wir auf der Promenade vom Thema erfuhren und dass wir mitsegeln könnten, haben wir sofort angeheuert“, begeisterten sich die beiden Hamburger Karin und Hans-Günter Pitzer über das Museumshafenangebot.

Die Kogge startete in Wendtorf vom Museumshafen Probstei. Skipper Ulrich Ziermann brauchte von der Wendtorfer Ansteuerungstonne nur noch zwei bis drei Seemeilen nach Nordosten zu steuern, um das diesjährige Ziel der „Kreuzfahrt in die Geschichte“ zu erreichen. So zu sagen „vor der Haustür“, auf der Kolberger Heide, dem Seegebiet, das noch den Namen der Heide trägt, die im Winter 1625 in einer großen Sturmflut fortgespült wurde. Dort fand vor 365 Jahren, am 1. Juli 1644, eine Seeschlacht statt, deren Widerhall bis heute noch in der dänisch-königlichen Hymne zu hören ist. „Kong Kristian stod ved højen Mast“, so beginnt die dänische Königshymne. Übersetzt heißt es: „König Kristian stand am hohen Mast in Rauch und Qualm“.

Während am letzten Sonnabend die „Kieler Hansekogge“ dicht vor der Probsteiküste kreuzte, konnten die Mitsegler auf dem Achterkastell der Kogge von Annie Lander-Laszig, sie ist die Vorsitzende der Deutsch Dänischen Gesellschaft, erfahren, was sich hier in Sichtweite von Wendtorf und Heidkate vor 365 Jahren ereignete.

Aus Fehmarn kommend, segelten die Flotten Dänemarks und Schwedens, mit 34 und 40 Schiffen in Richtung Kieler Förde. König Kristian IV. befehligte auf seinem Flaggschiff „Trefoldigheden“ (Dreifaltigkeit) die dänische Flotte. Vor der Probsteiküste, auf der Kolberger Heide kam es dann zur Seeschlacht. Dabei traf eine schwedische Kanonenkugel das Flagschiff des Königs und schlug donnernd in das hölzerne Deck der „Trefoldigheden“ ein. Zwölf Gefolgsleute, die neben dem König standen, kamen ums Leben. Der König selbst wurde verletzt und verlor kurz das Bewusstsein. Ein Holzsplitter bohrte sich in sein rechtes Auge, das er hierbei verlor. Man wollte schon als Zeichen der Aufgabe den Dannebrog, die Nationalflagge, einholen, aber ein Matrose hatte sie so festgebunden, dass man sie nicht lösen konnte. Als König Kristian IV. wieder zu Bewusstsein kam, führte er den Kampf fort. Ein Gemälde von Vilhelm Marstrand, das jeder dänische Schüler im Verlauf seiner Schulzeit im Unterricht zu sehen bekommt, zeigt König Kristian IV. mit dem verbundenen Auge am hohen Mast stehend.
Nur knapp konnte er diese Seeschlacht auf der Kolberger Heide zu Gunsten Dänemarks gewinnen. Die schwedische Flotte floh in die Kieler Förde. Zwar gewann Kong Kristian IV. diese Seeschlacht, aber insgesamt verlor der König den Torstenssonkrieg, einen Teilkrieg des „Dreißigjährigen Krieges“ und musste mit dem Frieden von Bromsö viele Gebiete an Schweden abtreten und den Sundzoll aufgeben.

Trotz der zahlreichen Niederlagen Kristians IV. brachten die Dänen ihrem König in späteren Zeiten große Wertschätzung entgegen.
Johannes Ewald beispielsweise ließ 1779 in seinem Singspiel „Fiskerne“ -Die Fischer-, das von der dramatischen Rettung eines Kapitäns durch Fischer handelte, einen dieser Fischer auf der Bühne das Lied von „Kong Kristian stod ved højen Mast“ singen. Dieses Loblied bezieht sich auf die Seeschlacht vor der Probstei, wurde später zum beliebtesten Nationallied der Dänen und seit 1906 ist es das offizielle Königslied Dänemarks.


Dänemark hat zwei Hymnen. Die königliche Hymne wird bei offiziellen Anlässen gespielt, bei denen Mitglieder des dänischen Königshauses oder der dänischen Regierung anwesend sind, oder an denen das Staatsoberhaupt eines Gastlandes bzw. Mitglieder der Gastregierung teilnehmen. Bei sonstigen, zivilen Anlässen, wie z.B. Sportveranstaltungen, Besucheraustausch wird die Landeshymne gespielt.

Nach knapp drei Stunden Kreuzkurs vor der Probstei navigierte Skipper Ulrich Ziermann die Kogge wieder sicher durch das enge Fahrwasser in den Museumshafen.
Obwohl dieses Ereignis aus den Geschichtsbüchern hinlänglich bekannt ist, war es für fast alle Teilnehmer der „Kreuzfahrt in die Geschichte“ eine kleine Sensation, dass diekönigliche Nationalhymne Dänemarks ihren Ursprung unmittelbar an der Küste der Probstei nahm.
Der „Museumshafen Probstei“, sowie die „Deutsch Dänische Gesellschaft“ sind offen für Interessierte und freuen sich über Mitglieder, die an diesen Unternehmungen teilhaben und sie unterstützen wollen.

Museumshafen Probstei, 24235 Stein, Vors. Birgit Rautenberg-Sturm, Ellernbrook, Tel. 04343 421630
Deutsch Dänisch Gesellschaft, Vors. Annie Lander-Laszig, 24105 Kiel, Hohenbergstr. 21, Tel. 0431 564390


Hymnentext:
Kong Kristian stod ved højen mast
i røg og damp.
Hans værge hamrede så fast,
at gotens hjælm og hjerne brast.
Da sank hvert fjendtligt spejl og mast
i røg og damp.
Fly, skreg de, fly, hvad flygte kan!
hvo står for Danmarks Kristian,
hvo står for Danmarks Kristian, i kamp?

 
König Christian stand am hohen Mast
in Rauch und Qualm;
Sein Schwert hämmerte so fest,
dass Helm und Gehirn des Goten barst.
Da versanken alle feindlichen Achterdecks und Masten
in Rauch und Qualm.
„Flieht“, schrien sie, „flieh, wer fliehen kann!
Wer kann gegen Christian von Dänemark,
wer kann gegen Christian von Dänemark
im Kampf bestehen?“

 
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